Menschen, die zusammen essen. - Eine Fotosafari -

Gemeinsam zu essen ist ein kulturelles und kommunikatives Erlebnis. 

"Wir können ohne Übertreibung festhalten, dass Social Media unsere Beziehung zum Essen revolutioniert hat. Einen eher exotischen Beleg liefert hierzu Südkorea, wo Essen traditionell im Kreise der Familie zelebriert wird. Das koreanische Wort für Familie bedeutet "die, die zusammen essen", und viele Koreaner mögen es daher gar nicht, alleine essen zu müssen. Weil die Zahl der Single-Haushalte steigt, die Arbeitszeiten lang sind und viele Menschen vom Heimatort wegziehen, essen trotzdem immer mehr Koreaner allein: Daraus hat sich "Mukbang" entwickelt. Auf Social Media kann man jungen Leuten beim Essen zuschauen, zuhören, über einen Chat-Room direkt mit den Stars der Szene kommunizieren." (Göttinger Tageblatt, 28.10.2017, S. 34)

Essen in Korea  한국에서의 식사

Vom 04.10.2017 bis zum 19.10.2017 bin ich, Clara Dörholt mit einer Gruppe Schüler nach Korea für einen Schüleraustausch geflogen. Auf einem solchen Austausch entdeckt man viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede der Kulturen und Menschen. Wir hatten den Auftrag uns vor allem mit einem Aspekt genauer auseinanderzusetzen, nämlich dem Essen.

Ich bin seit einigen Jahren Vegetarierin und wollte dies auch nicht für die zwei Wochen in Korea aufgeben. Daher war ich sehr gespannt darauf, wie einfach oder schwer dies in Korea umzusetzen sei. 

Kloster Haein-sa 해인사

Unser Austausch begann mit einem dreitägigen Aufenthalt im Kloster Haein-sa. Am Tag nach der Ankunft war ich noch von meinem Jetlag geplagt und hatte deshalb ein allgemeines Unwohlsein. Nicht gebessert wurde es durch das Essen. Ob zum Abendessen, zum Frühstück oder zum Mittag, im Kloster gab es stets Reis mit verschiedenen Gemüsebeilagen. Häufig sauer eingelegt, kalt, ungesalzen oder scharf. Schon am ersten Abend hatte ich darauf keine Lust mehr. Dazu kam, der sehr unangenehme Geruch im Speisesaal. Am zweiten Tage war es ebenfalls kein Genuss. Als es zum Mittagessen ein bisschen Banane und Melone gab, haben diese nicht nur mir den Tag gerettet. Zusammen mit dem Keks, den ich mir beim Café gekauft hatte, war der Tag einigermaßen gerettet. Am letzten Tag wurde das Essen etwas besser, die Beilagen etwas schmackhafter. Immerhin war alles Vegan.

Total lecker fand ich das Wasser aus dem Brunnen in Haein-sa. Und auch im Speisesaal war das trinken ein Erlebnis, denn es gab einen Wasserspender, mit kleinen Papiertüten, aus denen man trinken sollte. Am letzten Tag hatten wir außerdem eine Teezeremonie mit einem Mönch, das war interessant. Der Tee war lecker, hatte jedoch einen bitteren Nachgeschmack. Dazu wurden Reiskuchen geboten mit Nüssen und Honig geboten. 

In Seoul 서울특별시

Nach dem Kloster Haein-sa freute ich mich auch essenstechnisch auf meine Gastfamilie. Die hatte ich leider enttäuschen müssen, dass ich eine Vegetarierin bin, doch die Mutter meiner Austauschschülerin hat sich sehr viel Mühe mit vielen vegetarischen, traditionellen Gerichten gemacht. So war das Essen am ersten Abend in der Familie sehr lecker. Am selben Tag sind wir sogar noch zu einem Desserthaus gegangen und haben dort eine sogenannte Snowflake gegessen – gekratztes Eis oder Schnee mit Schokolade, Nüssen oder Früchten in einer Schale aufgetürmt (siehe Foto „Snowflake“). Das war sehr lecker. Zum Frühstück gab es Müsli oder Beagles, also Weißbrot und dazu Frischkäse und Marmelade. Zum Trinken wurden mir Orangensaft und Milch angeboten. Im Gesamten habe ich nur zweimal bei der Familie abendgegessen, dafür umso häufiger in Restaurants. So habe ich verschiedene traditionelle Gerichte kennengelernt.

In Korea hat man das Gefühl es gibt alles aus Reis. Reis, Reiskuchen, Reisnudeln, Reisfladen, … Da habe ich mich sehr auf ein paar „anständige“ Nudeln mit roter Sauce gefreut.

Wir konnten auch in der Schulmensa essen. Dort war das Essen ganz in Ordnung, bis auf die Tatsache, dass eigentlich alles mit Fleisch war. (siehe Foto „Essen in der Schulmensa“)

Ich habe mir in Korea das Wassertrinken angewöhnt, denn Säfte, Trinkjogurt oder Softdrinks schmeckten alle unglaublich künstlich und süß. Zudem wollte man bei der Farbe gar nicht wissen, welche künstlichen Farbstoffe darin enthalten waren. Ganz schön war, dass man an jeder Ecke in Korea einen einigermaßen guten Kaffee bekommen konnte (siehe Foto „Kaffeepause"). Trinkwasser gibt es in Seoul an vielen öffentlichen Orten.

In meiner Gastfamilie gab es sehr viele Süßigkeiten. Im Haus gab es ganze Lager, ich habe einiges probiert und ich glaube vieles ist ähnlich wie die mir bekannten Süßigkeiten. Es gab aber auch spezielle Reissüßigkeiten und getrocknete Nudeln zum Knabbern. Auch die Mischung von süß und salzig, wie etwa in Kartoffelchips mit Honig war sehr lecker. (siehe Foto „Koreanische Süßigkeiten) Vor Jeju habe ich einen großen Haufen, geschenkt bekommen, den ich nicht vollständig mitnehmen konnte und den ich glücklicherweise mit anderen teilen konnte.

Tischmanieren 테이블 매너

Was auch immer eine interessante Frage ist: Wie läuft so ein Essen ab? Ich hatte mich vor dem Austausch ein bisschen schlau gemacht über Tischmanieren und Essensgewohnheiten, habe von den Regeln jedoch nicht alles wiederfinden können. Traditionell wird in Korea auf dem Boden an niedrigen Tischen gegessen. (siehe Foto „Koreanisches BBQ“) Das habe ich nur auf Jeju in einigen Restaurants mitbekommen. In meiner Familie, im Kloster und in Seoul haben sich auch Stühle und hohe Tische als praktisch erwiesen. Ich habe das Essen auf dem Boden als sehr angenehm erlebt, man musste die Schuhe ausziehen, was auch für einen sehr sauberen Boden gesorgt hat. Es war eine gemütliche Atmosphäre. Ich hatte zuvor außerdem von einer strengen Ordnung gehört, was womit gegessen wird, ob mit Stäbchen oder Löffel und dass man beides nicht gleichzeitig verwenden sollte. Das habe ich in meiner Gastfamilie und auch bei den anderen Koreanern nicht erkennen können. Generell war natürlich das Essen mit Stäbchen und einem Löffel etwas ungewohnt, mir aber nichts Neues. Was mich nur störte, war die Einschränkung, dass man sein Essen nur mit dem Mund und nicht schon vorher zerkleinern konnte. Mit dem Löffel wurde es etwas einfacher, doch ich kam mir manchmal sehr unbeholfen vor. Außerdem ungewohnt war der Aufbau des Essens. Jeder hatte eine Schale Reis und man teilte sich die Beilagen. Eigentlich sehr sinnvoll und praktisch, denn was ich nicht mag, mag vielleicht mein Nachbar lieber, und man kann von allem einfach probieren. Das war jedoch nicht immer so, denn in Restaurant musste ich mich erst einfinden, bis ich verinnerlicht hatte, welche Gerichte nur für eine Person und welche Gerichte gleich für einen ganzen Tisch bestellt wurden. Sehr ungewohnt war für mich das Schmatzen, dass vor allem meine Gasteltern sehr laut gemacht haben. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich die Essgewohnheiten nicht sehr gestört, aber mich auch nicht zum Ändern meiner Gewohnheiten überzeugt hätten. 

Vegetarierin in Korea 한국의 채식주의

Meine Bilanz als Vegetarierin ist in Ordnung. Es ist möglich sich vegetarisch zu ernähren auch mit der traditionellen Küche, doch heutzutage gibt es vor allem in den Restaurants kaum noch Speisen ohne Fleisch. Auf der Klassenfahrt nach Jeju war es besonders schwierig. Man hatte uns Vegetarier zwar eingeplant, doch wir bekamen oft sehr ähnliches Essen und kamen an einen anderen Tisch, teilweise in getrennten Räumen. Das Lustige war, dass immer versucht wurde, den Reis mit verschiedenen Beilagen als etwas ganz anderes darzustellen, als das, was wir je schon zu Mittag gegessen hatten. Auch in den Restaurants in Seoul war der Auswahlprozess langwierig, vor allem, wenn es in den Restaurants nur eine koreanische Karte gab. Teilweise hatte ich aber auch sehr gute vegetarische Küche. Im Kopf geblieben sind mir ein leckerer Kürbissalat, ein gerolltes Omelett und eine Gemüsetarte (siehe Foto „Gemüsetarte“).

Fazit 결론

Zusammenfassend war das Essen in Korea lecker und mal etwas ganz anderes.  Meinem Eindruck nach haben sich alle viel Mühe gegeben uns traditionelle Gerichte zu zeigen und uns Essen zugeben, welches wir gerne mögen. Ins Kloster Haein-sa würde ich mir beim nächsten Mal lieber selber Essen mitbringen, doch in Seoul kann man glaube ich nie auskennenlernen und Neues entdecken, auch nicht beim Essen. (Clara D.)

Koreanisches BBQ
Koreanische Gemüsetarte
Essen im Restaurant
Essen in der Schulmensa
Koreanische Torten
Koreanisches Snowflake
Koreanische Kaffeepause
Koreanische Nudelsuppe
Koreanisches Reisgericht
Koreanische Süßigkeiten

Das koreanische Essen

Vom 4.Oktober 2017 bis zum 19.Oktober 2017 sind wir SchülerInnen vom Hainberg-Gymnasium aus den Klassenstufen 9 - 12 und drei Lehrerinnen nach Süd-Korea geflogen. Mit vielen Eindrücken im Gepäck sind wir wieder gesund in Göttingen angekommen. Gute zwei Wochen lang durfte ich die koreanische Küche genießen und kennenlernen.

In Haein-sa war das Essen sehr einfach gestaltet. Zu jeder Mahlzeit gab es Reis mit unterschiedlich eingelegten Arten von Gemüse. Morgens, mittags und abends. Da es dort aus religiösen Gründen kein Fleisch gab und aus fragwürdigen Gründen nur sehr selten Obst, war es für mich und meine Freunde sehr schwierig immer das selbe zu Essen. Deswegen haben wir oft nur eine Mahlzeit am Tag gegessen. Zum Glück hatten wir aufgrund der Empfehlung einer Lehrerinnen, genügend Müsliriegel dabei, wodurch wir ausreichend Kraft für den Tag hatten. Am Ende des Klosteraufenthaltes durften wir noch eine kleines Ritual namens Tea-Time testen. Ich persönlich bin ein großer Fan von Tee und trinke oft und gerne zuhause Tee. Aus diesem Grund habe ich mich sehr darauf gefreut. Die Tea-Time allerdings war sehr speziell, da es im Kloster keinen warmen Tee, sondern kalten Tee mit Reiskuchen gab. Obwohl es sehr speziell war, hat mir der kalte Tee besser als erwartet geschmeckt. Mit lehren Mägen sind wir dann nach der Zeit in Haein-sa endlich in Seoul angekommen. Mit Hoffnung auf vielseitigeres Essen.

In Seoul hat mir meine Gastfamilie am ersten Abend einen riesigen Gefallen getan, denn wir sind Pizza essen gegangen. Seit langem konnte man sich mal wieder richtig satt essen. Somit war ich voller Energie als die Zeit in Seoul begann. Gestärkt war ich bereit Seouls Stadtleben sowie neue Mahlzeiten kennenzulernen. Zum Frühstück gab es oft Oreo-Müsli, welches mir mein Austauschschüler stolz präsentierte, da es dies anscheinend nur in Korea gibt. Am Wochenende gab es Toast mit  Schinken und Käse, extra für mich. Mein Austauschschüler allerdings aß des öfteren auch Reis und Suppe zum Frühstück was mich wieder an die Zeit in Haein-sa zurückblicken lies.

Mittags haben wir oft in der Schule gegessen. Das Mensaessen war bis auf  Kleinigkeiten nicht schlecht. Es war relativ grob aufgeteilt, denn es gab jeden Tag als Beilage Reis, als Hauptmahlzeit oft Fleisch und als Nachtisch Kuchen. Nach Bedarf konnte aus einer Auswahl von drei  Salaten wählen. Zum Abend wurde dann oft in den Familien oder mit Freunden gegessen.

Hierbei hat mir ein Gericht besonders gut geschmeckt, von dem nicht nur ich, sondern auch mein Austauschschüler schwärmt. Es war frittiertes koreanisches Hühnchen mit verschiedenen Beilagen. Das Hühnchen war ebenfalls aufgeteilt in scharf und nicht scharf. Das scharfe Hühnchen war leider etwas zu scharf für mich, aber das mildere war sehr lecker und auch sehr begehrt in Korea, wie mir mein Austauschschüler nach dem Essen erzählte. Nachdem wir mit dem Essen sehr verwöhnt wurden sind wir schließlich nach JeJu gefahren.

In JeJu wurde uns sehr traditionelles Essen serviert. Zum Frühstück gab es „normales Hotel-Essen“ mit Früchten, Croissants und mehr. Mittags haben wir dann oft in großen Restaurants gegessen, in denen es viele Fischgerichte gab. Zum Beispiel Garnelen, Kimbab und mehr. Abends allerdings  haben wir traditionelles BBQ gegessen, welches mir mein Austauschschüler ebenfalls empfohlen hatte. Für mich war es sehr komisch, da man sein Fleisch selber im Restaurant zubereitet hat. Damit der Rauch nicht alles verqualmt gab es ein extra Abzug, der für jeden Grill an der Decke hinunter hing. Aufgrund der Tatsache, dass man das Essen teilweise selber zubereitet hat, hat es umso besser geschmeckt. (Marten P.)

Oreo-Müsli zum Frühstück
Koreanisches Hühnchen
Traditionelles BBQ auf Jeju

Als Kimchi (김치)  wird in der koreanischen Küche die Zubereitung von Gemüse durch Milchsäuregärung bezeichnet. Es wurde früher insbesondere als Vitamin-C Speicher für den Winter eingemacht.

Kimchi gehört in Korea zu so ziemlich jeder Mahlzeit dazu und ist ein Grundbestandteil der koreanischen Ernährung. Man kann Kimchi aus vielen verschiedenen Gemüsesorten machen wie: Gurke, Lauch Rettich oder Chinakohl. Am häufigsten findet man Kimchi aus Rettich oder Chinakohl. Traditionell werden Chinakohlblätter 4-5 Stunden in salzigem Wasser eingelegt und danach mit einer Gemüsemischung bestrichen. Zu dieser gehören unter anderem Rettich und Chillipulver. Kimchi ist deswegen immer etwas schärfer. Häufig genießt man ihn auch in einer Kimchi-Suppe, diese gibt es in so ziemlich jedem Restaurant. Sie besteht aus Kimchi, Pilzen, Tofu und anderen Gemüsesorten. In Korea hat jede Familie ihr eigenes Rezept um Kimchi zu zubereiten. Das gemeinsame Herstellen von Kimchi (Kimjang) steht seit 2013 auf der UNESCO-Liste sowie auf der Liste des immateriellen Kulturerbe und ist somit ein wichtiges Merkmal der koreanischen Kultur.  (Emilia W.)

Kimchi wird hergestellt, indem man Gemüse, Kohl und Gurken in Salz eingelegt, und würzige Zutaten, wie Chilipulver, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Ingwer und eingelegten Fisch, hinzufügt.

Eindrücke