20. Austausch 2017/18 - Göttingen

Am Samstag, den 14.04.2018, kamen unsere Gäste gegen Mittag in Göttingen an. Am Wochenende haben die Familien unterschiedliche Ausflüge in die nähere Region unternommen.

Am Montag, den 16.04.2018, wurde die Austauschgruppe im Hainberg-Gymnasium durch den Schulleiter Herrn Bartelt sowie durch den Bürgermeister der Stadt Göttingen, Herrn Holefleisch begrüßt. Die Stadt wurde durch eine interessante Stadtführung kennengelernt. Nach der Stadtführung gab es für die Gruppe eine Überraschung – die Gruppe erhielt die Möglichkeit, den Turm der Johanniskirche zu besteigen und genoss die herrliche Aussicht. Im Erlebnisbad Eiswiese konnte der erste Programmtag locker ausklingen und ermöglichte durch das gemeinsame Schwimmen und im Wasser spielen ein zwangloses Wiederbegegnen der Austauschgruppe.

Am Dienstag, den 17.04.2018, wurde ein Tagesausflug zum Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen unternommen. Diese Exkursion war für alle SchülerInnen sehr interessant. In historischen Gebäuden des ehemaligen Grenzübergangs Duderstadt-Worbis wird die Geschichte der deutschen Teilung und des Grenzregimes der DDR sowie der Alltag mit der Grenze präsentiert. In einer sehr ausführlichen Führung wurde ebenso die deutsche und europäische Geschichte thematisiert. Nach einem Picknick im Sonnenschein wurde gemeinsam der Grenzlandweg, ein länderübergreifender Rundwanderweg mit original erhaltenen Grenzanlagen aus der Zeit der deutschen Teilung, erwandert. Hier wurde Geschichte begreifbar und ebenso deutlich, dass Grenzen überwunden werden können.

Am Mittwoch, den 18.04.2018 mussten in der von Schülerinnen entwickelten Stadtrallye in gemischten Gruppen bestimmte Denkmäler und Sehenswürdigkeiten aufgesucht, Fragen beantwortet und Erlebnisaufgaben gelöst werden. Die Laufkarten wurden anschließend von den Schülerinnen ausgewertet und am Abschlussabend wurden die „SiegerInnen“ geehrt.

Bei dem Besuch der Kinderklinik in Göttingen informierte Dr. Freiberg anschaulich und praxisnah über Diabetes. Die Bedeutung der Blutzuckerteststreifen als notwendiges Hilfsmittel mit Diabetes „normal“ leben zu können, wurde insbesondere thematisiert. Durch die Übergabe der von SchülerInnen gesponserten 1500 Blutzuckerteststreifen für die19 an Diabetes erkrankten Kindern in Molodetschno wird das „Blutzuckerteststreifenprojekt“ nachhaltig fortgeführt. Die weißrussische Diabetes-Ärztin ist das dritte Mal in Göttingen und hatte die Gelegenheit, an der Diabetes-Sprechstunde von Herrn Dr. Clemens Freiberg teilzunehmen. Eine Elternvertreterin hat die Ärztin begleitet und die Gespräche übersetzt. Dieser fachliche Austausch stellt eine sehr große Bereicherung für ihre ärztliche Tätigkeit in Molodetschno dar.

Am Donnerstag, den 19.04.2018, fand der Tagesausflug ins Grenzlandmuseum Friedland statt. Diese Exkursion ermöglichte die Auseinandersetzung mit den Folgen des zweiten Weltkrieges und ebenso mit den aktuellen Kriegen und Krisen weltweit. Das Museum Friedland ist ein anerkannter außerschulischer Lernort, an dem die Migrationsgeschichten sehr anschaulich erzählt werden. In gemischten Tandems wurden in einem Workshop gezielte Fragestellungen zu bestimmten Inhalten oder Gegenständen des Museums selbstständig erarbeitet. Anschließend wurden die Ergebnisse der Gruppen in einen gemeinsamen Rundgang mit Führung integriert, indem sie an entsprechender Stelle von den SchülerInnen vorgestellt wurden. Die SchülerInnen haben mit Interesse und großer Aufmerksamkeit die Fragen von Migrationspolitik, Grenzen, Kriegsfolgen, Menschenrechten und Asyl wahrgenommen.

Durch die Begegnung mit einer Zeitzeugin, Frau Schäfer, die von ihrer Flucht aus Schlesien erzählte, wurden die zuvor erfahrenen geschichtlichen Zusammenhänge sehr beeindruckend anschaulich.

Anschließend erhielten wir eine kurze Führung durch das Grenzdurchgangslager als heutige Erstaufnahmestelle für Asylsuchende und jüdische ZuwanderInnen in Niedersachsen und bundesweite Erstaufnahmestelle für SpätaussiedlerInnen. Auf dem Gelände stehen mehrere denkmalgeschützte Bauten, die noch aus der Anfangszeit des Lagers stammen. So z.B. die Nisselhütte, die besichtigt werden konnte.

Am Freitag, den 20.04.2018, waren die SchülerInnen vom Minigolfspielen begeistert. In Weißrussland ist dieses Spiel durchaus bekannt, aber es gibt nur wenige Anlagen, diesen Sport auszuüben. In gemischten Gruppen wurde mit viel Ausdauer und Geschicklichkeit der Parcour überwunden. Auch hier war die Austauschgruppe insgesamt mit sehr viel Engagement dabei. Am Freitagabend fand unser gemeinsames Abschlussfest statt. Wir haben gemeinsam, d.h. die Austauschgruppe mit den deutschen Familien, der Stipendiatin Julia und der Gastfamilie, Vorstand und Mitglieder des Osteuropa Vereins e. V., Frau Heinemann, unsere mitgefahrene Elternvertreterin des Hainberg-Gymnasiums, und einer ehemaligen Elternvertreterin der Mittelschule Nr. 5 aus Molodetschno einen wundervollen Abend verbracht. Es wurden Bilder aus unserer Begegnung in Molodetschno 2017 als auch von der aktuellen Begegnung in Göttingen 2018 gezeigt und von den SchülerInnen kommentiert. Die weißrussischen AustauschschülerInnen haben jeweils eine kleine Rede auf Deutsch gehalten und ihre Eindrücke in Göttingen kurz geschildert und den Gastfamilien ihren Dank ausgesprochen. Für unsere jetzige Stipendiatin Julia heißt es nun Abschied nehmen. Mit sehr bewegenden Worten hat sie die persönliche Bedeutung dieses Stipendiats zum Ausdruck gebracht. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Einladung unserer neuen Stipendiatin Vera Martynava. Sie wird im September 2018 mit der deutschen Gruppe wieder nach Göttingen kommen und bis zum Frühjahr 2019 das Hainberg-Gymnasium besuchen. Sie ist glücklich, ihre Gastfamilie bereits zu kennen.

Fotos

20. Austausch 2017/18 - Molodetschno

Am Freitag, den 15.09.2017, kamen wir wohlbehalten um 6:00 Uhr in der Frühe in Molodetschno an und wurden freudig von den Gastfamilien empfangen.

Am Samstag, den 16.09.2017, wurde ein gemeinsamer Ausflug nach Salesje unternommen und dort die Gedenkstätte zur Erinnerung an belarussische Holocaust-Opfer besucht. Gemeinsam erfuhren wir von der Ermordung belarussischer Juden.

In Salesje besichtigten wir im Gutshaus die verschiedenen Lebensräume des Komponisten Oginski. Durch unterschiedliche Bewegungsspiele lernten sich die Jugendlichen näher kennen.

Den folgenden Sonntag, den 17.09.2017, verbrachten unsere AustauschschülerInnen in den Gastfamilien.

Am Montag, den 18.09.2017, lernten wir unsere Partnerschule kennen. Nach der herzlichen Begrüßung durch den Schulleiter Herrn Makarewitsch und der Teilnahme am Unterricht, haben sich die SchülerInnen vorgestellt, die zukünftig am Stipendiatenprogramm teilnehmen möchten. In der Mensa wurden wieder sehr liebevoll die Tische für uns gedeckt.

Am Nachmittag empfing uns die Stellvertreterin der Chefin des Bildungsrates und gab den SchülerInnen sehr viele Informationen zum weißrusssischen Bildungssystem.

Am Dienstag, den 19.09.2017, wurde ein Workshop zum Projekt des Klubs „Poisk“ der Mittelschule Nr. 5 durchgeführt. Die Leiterin des Projekts, Frau Knasewa, stellte die „Spurensuche der Vergangenheit“ vor: Bisher wurden 2000 Namen von Kriegsgefangenen herausgefunden, deren Namenskarten ins Russische übersetzt, Verwandte gesucht, 100 gefunden und informiert, ein Erinnerungsbuch geschrieben und internationale Post beantwortet. Der Klub besitzt eine eigene Website, auf der nach Verwandten recherchiert werden kann. Originaldokumente konnten angeschaut werden.

Anschließend wurde die Gedenkstätte des Lagers Stalag 342 besichtigt und eine weißrussische Schülerin / ein weißrussischer Schüler trugen in beiden Sprachen die historische Bedeutung dieser Gedenkstätte vor. Die SchülerInnen nahmen betroffen die Erinnerungen an die Opfer des zweiten Weltkrieges auf.

Am Nachmittag fand die Begegnung mit drei Zeitzeuginnen statt, u.a. Tamara Bytschok.

Die Begegnung der Austauschgruppe mit Zeitzeuginnen aus Weißrussland, die am 18.08.2017 im Hainberg-Gymnasium stattfand, und die historische Einbettung durch Herrn Wilhelm Berendt von der „Geschichtswerkstatt Hoher Hagen“, bildeten eine gute Grundlage für eine erneute Begegnung in Molodetschno.

Am Mittwoch, den 20.09.2017, wurde ein Tagesausflug nach Minsk gemacht. Dort wurde u.a. die Gedenkstätte Trostinez besichtigt. Die stellvertretende Leiterin der Geschichtswerkstatt in Minsk, Frau Chumakova, führte beeindruckend durch die Gedenkstätte.

Am Donnerstag, den 21.09.2017, konnten die Jugendlichen das slawische Volkssportspiel „Gorodki“ unter Anleitung des Nationaltrainers Alexander Kulak kennenlernen. Trotz schlechten Wetters ließen es sich die Jugendlichen nicht nehmen, einen kleinen Wettkampf durchzuführen.

Am Nachmittag fand das Treffen mit den an Diabetes erkrankten Kindern, deren Eltern und der Ärztin Frau Saprudskaja in der Kinderklinik statt. Auch dieses Treffen war für die SchülerInnen sehr beeindruckend. Persönlich haben sie die gesponserten 1500 Blutzuckerteststreifen an die Jugendlichen bzw. deren Eltern übergeben. So wird auch in diesem Jahr das Blutzuckerteststreifenprojekt des Hainberg-Gymnasiums und des Osteuropa-Vereins nachhaltig fortgeführt.

Am Freitag, den 22.09.2017, konnten die Jugendlichen das Jugendkulturzentrum „Molodik“ kennenlernen. In einer sehr beeindruckenden Kunstausstellung waren die verschiedenen Kunstwerke der Kinder und Jugendlichen zu bewundern. Anschließend konnten die Jugendlichen selbst in drei Workshops aktiv werden: Sie fertigten einen Schmetterling aus Leder an, einen „Blütenast“ aus Perlen und eine Blüte aus gefilzter Wolle. Dieser schöne Abschluss unseres Austausches hat allen viel Spaß gemacht.

Fotos

 

Text und Fotos: Elke Moeken

Sponsoren

Wir danken dem Pädagogischen Austauschdienst und der Stiftung West-Östliche Begegnungen für die finanzielle Unterstützung!