Gewinn auf ganzer ( Schul-) Linie!

Gewinn auf ganzer ( Schul-) Linie!

Beim niedersächsischen Landeswettbewerb "Jugend jazzt 2017" hatte „Jazztified“ für seine herausragende Leistung einen musikalischen Tag mit „Fette Hupe“ gewonnen. Das Aula-Konzert mit „Jazztified“ und „Fette Hupe“ am 30.11.18 im HG bringt mit Spielfreude, musikalischer Perfektion der beiden Bands und Spaß an der Vielfalt des Jazz auch dem Publikum einen großen Gewinn.

Die Jazz-Bigband „Fette Hupe“ aus Hannover ist am Hainberg-Gymnasium keine Unbekannte. Schon einmal, 2014, waren die 16 Musiker und eine Musikerin am HG zu Gast. Ihr locker wirkendes, aber sehr präzise geführtes Instrumentalspiel lässt damals wie heute das Gefühl entstehen, Zuhörer und Zuschauer eines besonderen Events sein zu dürfen.

Dazu trägt zu Beginn des Konzertes zunächst die HG-Bigband „Jazztified“ bei. Wie selbstverständlich formiert sich der Klang der verschiedenen Blasinstrumente zu hörenswertem rhythmischem Jazz, mal lateinamerikanisch angehaucht, wie in dem Stück Sabor de Cuba, mal den binären Code der Computerprogramme aus 0 und 1 nachahmend, wie im Stück „Computer“ von Bob Mintzer oder in der fast „unterkühlten“ amerikanisch-distanzierten Emotionalität von Pat-Metheny-Stücken wie „Dream Of The Return“ und „Every Summer Night“.

Sarah Berkemeiers und Dina Wackenroders ausdrucksstarke Stimmen ergänzen das Spektrum an Klangvielfalt mit ungewöhnlichem melancholisch wirkenden Timbre-das passt gut zu Björks Song „Joga“ und "Brother I'm Hungry“ von Nigel Hall.

Jörn Marcussen-Wulff, der Bandleader von „Fette Hupe“, bringt es auf den Punkt: was diese Schülerband zu Gehör bringt, ist überdurchschnittlich. Und er spricht das am HG bekannte, aber gern wiederholte Lob auf den Musiklehrer Uwe Meile aus, der den SchülerInnen das Wichtigste beibringe: diese Musik zu spielen macht enormen Spaß!

Das merkt man den MusikerInnen von „Fette Hupe“ an, denen nach „Jazztified“ die Aulabühne gehört. Die Band hat ihre musikalischen Wurzeln im Jazz der Urväter“, den damals live im Radio der 1920er/30er übertragenen Improvisationen zeittypischer Tanzmusik in den USA, der Musik eines Duke Ellington oder Count Bassie. Aber gleichzeitig wird mit den von Bandmitgliedern komponierten Stücken auch die Brücke in die heutige Zeit geschlagen.

Z.T. sind deren Harmonien für das Publikum etwas gewöhnungsbedürftig. Den Musikern verlangen die modernen Arrangements höchstes instrumentales Können ab, das sie in zahlreichen Soli eindrucksvoll zeigen.

Mit den vertrauten Harmonien einer Kompositionen des Band-Pianisten Eike Wulfmeier endet ein beeindruckendes musikalisches Event, das die freundschaftlichen Bande zwischen Jazztified/dem HG und der Hannoveraner Band gestärkt hat.

Sabine Wiggert