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„Es gibt keine Philosophie, die man lernen kann, man kann nur lernen zu philosophieren.“ (Immanuel Kant)

Schon in der Wortbedeutung des Begriffs Philosophie klingt diese Einsicht Immanuel Kants an, denn der Freund der Weisheit strebt nicht in erster Linie nach bloßem Faktenwissen, sondern nach wesentlichem und bedeutsamem Wissen – und diese Form des Wissens lässt sich vor allem über die (Selbst-)Reflexion erlangen.

In einem solchen Zusammenhang kann auch Wittgenstein im Tractatus behaupten: „Die Philosophie ist keine Lehre, sondern eine Tätigkeit.“ Und: „Das Resultat der Philosophie sind nicht philosophische Sätze, sondern das Klarwerden von Sätzen“. Und Bertrand Russel treibt es auf die Spitze, wenn er konstatiert, dass, sobald philosophische Fragen wissenschaftlich beantwortbar würden, sie aufhörten, zur Philosophie zu gehören.

Machen solche Einsichten nicht allem Philosophie-Unterricht (an der Schule) ein Ende – oder zumindest einem mit Benotung?

Sicherlich nicht! Denn hier ist nicht behauptet, dass es in der Philosophie nichts zu lernen und zu lehren gibt, nur eben ist es damit noch nicht vorbei. Schließlich werden Informationen erst durch die Reflexion zu Wissen und Erkenntnissen: Hierzu braucht es eine Kritische Haltung im Sinne einer Wissensprüfung und das diskursive Miteinander.

Diesem Gedanken fühlen wir uns als Fachgruppe Philosophie am HG verpflichtet, angefangen von der Philosophie-AG im Rahmen der Begabungsförderung über Aulaveranstaltungen mit Wissenschaftlern (den sog. Gedankensprüngen) bis in die Kurse der Oberstufe

Unterrichtsinhalte

Vorbemerkungen

Der Unterricht im Fach Philosophie richtet sich an den Rahmenrichtlinien Philosophie des Landes Niedersachsen und an den EPA aus. Neben wenigen anderen Fächern (etwa Italienisch oder Pädagogik) findet auch im Fach Philosophie die Abiturprüfung nicht im Rahmen des Zentralabiturs statt, sondern wird dezentral gestellt. Verantwortlich für das Ausarbeiten der konkreten Prüfungsthemen ist also nicht eine Kommission des Landes Niedersachsen, sondern der jeweilige Fachlehrer selbst. Das bietet den Schüler:innen Verlässlichkeit und Kontinuität in der Art der Aufgabenstellungen.

Die Rahmenrichtlinien geben dabei allgemeine Inhalte vor: Zwei Semesterthemen entstammen der Praktischen Philosophie (etwa Ethik, Rechts- und Staatsphilosophie) und zwei der Theoretischen Philosophie (etwa Erkenntnistheorie, Moderne Wissenschafts-theorie). Die EPA legen Didaktisch-Methodisches fest, vor allem eine ausgezeichnete Problemorientierung. Was bedeutet das?

Kant würde formulieren: Nicht Philosophie wollen wir lehren/lernen, sondern das Philosophieren. Wir am HG wollen also nicht bloße Philosophiegeschichte vermitteln und zeigen, wer was wann gedacht hat, sondern mit den Schüler:innen erarbeiten, wie Probleme mit Hilfe der Philosophie gelöst werden können und wie philosophische Probleme gelöst wurden. Das heißt vor allem zweierlei: Welche Probleme (Schreibanlässe) hatten und haben Philosoph:innen selbst? Und wie können (heutige) Probleme mit Hilfe der Philosophie gelöst werden.


Unterrichtsschwerpunkte

Neben den oben angegebenen inhaltlichen Vorgaben können im Unterricht etwa folgende Semesterthemen behandelt werden:

  • Die Frage nach dem Bösen
  • Was ist der Mensch (im Vergleich zu Tier und Maschine)?
  • Sind Existenz und materielle Beschaffenheit der Außenwelt beweisbar? (Empirismus und Rationalismus als klassische Formen der Erkenntnistheorie seit der Neuzeit)
  • Was soll ich tun? (Glück, Nutzen, Pflicht als klassische Leitvorstellungen der europäischen Ethik)
  • Wie sieht ein der menschlichen Natur angemessenes politisches Gemeinwesen aus? (Der Kontraktualismus als eine Form der politischen Philosophie der Neuzeit und Aufklärung)
  • „Beobachtung ist nur Beobachtung im Lichte von Theorien“! (Moderne Wissenschaftstheorie und Sprachphilosophie)

Organisation

Stundentafel

JahrgangKl. 5Kl. 6Kl. 7Kl. 8Kl. 9Kl. 10Kl. 11Kl. 12Kl. 13
Stundenzahl//////23/53/5
Klassenarbeiten//////233

 

Schulbücher

          

Zugänge zur Philosophie Bd.1, Cornelsen, 978-3-06-120018-3

Zugänge zur Philosophie Bd.2, Cornelsen, 978-3464-64706-6


Leistungsbewertung und Leistungsmessung im Fach Philosophie

Die Fachkonferenz hat beschlossen, die erbrachten Schüler:innen - Leistungen wie folgt zu bewerten:

  • In der Regel sind schriftliche Leistungen mit 40 % und mündliche Leistungen (Mitarbeit, Referate, Portfolios, Mappen etc.) mit 60% zu bewerten. Diese Festlegung ist abhängig von der Zahl der geschriebenen Klausuren. Die Schüler*innen werden am Anfang des Schuljahres über diese Gewichtung informiert.


1. Absprachen zur schriftlichen Leistungsmessung/-bewertung

1.1. Vorbereitung schriftlicher Leistungsmessungen

  • Wir kündigen schriftliche Arbeiten mindestens eine Woche vor dem Termin an.
  • Mit der Ankündigung des Termins geben wir auch bekannt, zu welchem konkreten Thema die Überprüfung stattfindet.
  • Wir geben den Schüler:innen vor dem Klassenarbeitstermin ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen und Unklarheiten zu beseitigen.

1.2. Korrektur und Bewertung

  • Unsere Korrekturen und Randbemerkungen zu Schüler:innentexten/-arbeiten heben Vorzüge und Schwächen der Schülerarbeit hervor.
  • Bei der Rückgabe schriftlicher Arbeiten machen wir den Schüler:innen den Noten-/ Punkteschlüssel transparent und stellen den Erwartungshorizont (mündlich oder schriftlich) bzw. z.B. in Form eines Abschlusskommentars oder durch einen Bewertungsbogen vor. An dieser Stelle können auch Anregungen zur Steigerung der persönlichen Leistung gegeben werden.

1.3.Lernen aus schriftlichen Leistungsüberprüfungen

  • Wir stellen sicher, dass die jeweilige Wahl der Berichtigungs- / Überarbeitungsmethode den Schüler:innen hilft, aus ihren Fehlern zu lernen und ihre Leistungen zu verbessern.
  • Wir veranlassen Schüler:innen die für schriftliche Überprüfungen gelernten Inhalte und Methoden auch im weiteren Unterrichtsverlauf aufzugreifen, um mit diesem Wissen neuen Lernstoff zu verknüpfen.


2. Absprachen zur mündlichen Leistungsmessung/-bewertung

2.1.Kriterien zur Beurteilung

  • Wir stellen den Schüler:innen die für das jeweilige Fach relevanten Kriterien am Schuljahresbeginn vor.

2.2. Bewertung der Leistungen

  • Wir geben mindestens zweimal pro Halbjahr eine Rückmeldung, um den Schüler:innen die Leistungen transparent zu machen.

Fachkollegium

Nora Lena Albrecht

  • Deutsch
  • Philosophie

Dirk Apel

  • Musik
  • Philosophie
  • Werte und Normen

Roland Hanf

  • Deutsch
  • Philosophie
  • Latein

Stephan Joede

  • Fachleitung Phil/WuN
  • Politik
  • Philosophie
  • Werte und Normen

Julia Oehlers

  • Deutsch
  • Philosophie
  • Referendar:in

Matthias Steiger

  • Geschichte
  • Philosophie
  • Werte und Normen

Sukie Wilkening

  • Referendar:in
  • Deutsch
  • Philosophie
  • 1

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