Im Jahre 1988 wurde die Schulpartnerschaft zwischen dem Hainberg-Gymnasium (HG) und der Lwandai Secondary School (LSS) in Mlalo gegründet. Vorrangiges Ziel ist es, Bildung und gegenseitiges Lernen durch interkulturelle Begegnungen zu fördern. Der Ort Mlalo ist eine Siedlung von ca. 13.000 Einwohnern und liegt im Nordosten Tansanias in den Usambara-Bergen.
Partnerschule und Austauschkonzept
Im Jahre 1988 wurde die Schulpartnerschaft zwischen dem Hainberg-Gymnasium (HG) und der Lwandai Secondary School (LSS) in Mlalo gegründet. Vorrangiges Ziel ist es, Bildung und gegenseitiges Lernen durch interkulturelle Begegnungen zu fördern. Der Ort Mlalo ist eine Siedlung von ca. 15.000 Einwohnern und liegt im Nordosten Tansanias in den Usambara-Bergen.
Die LSS ist eine Internatsschule in der Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche Tansanias (ELCT-NED). Zur Schule gehören neben den Klassenräumen und naturwissenschaftlichen Fachräumen u.a. eine neue Bibliothek mit einer großen Versammlungshalle, eine Schulküche, Mädchen- und Jungenschlafräume, ein Schulgarten und ein Viehstall.
Ca. 250 Schüler:innen aus ganz Tansania besuchen z.Zt. die Schule, die von 21 Lehrkräften unterrichtet werden (Stand 2024). Die Schüler:innen sprechen verschiedene Stammessprachen. Verständigungssprache ist Kiswahili, Unterrichtssprache ist Englisch. Die Unterrichtsorganisation wird in Anlehnung an das britische Schulsystem durchgeführt, d.h. die Schüler:innen werden in vier Jahrgängen (form I-IV) unterrichtet; diese entsprechen unseren Jahrgängen 8-11. Seit 2001 gibt es auch zwei Oberstufenklassen, die A-Levels (form V+VI), die, nach erfolgreichem Abschluss, einen Hochschulzugang ermöglichen.
Seit 1988 finden ca. alle zwei Jahre dreiwöchige Schulreisen nach Mlalo statt. Die Reisegruppe setzt sich in der Regel aus zwei Lehrkräften sowie 10 bis 12 Schüler:innen (mindestens 16 Jahre alt) zusammen. In unregelmäßigen Abständen werden Gäste aus unserer Partnerschule nach Göttingen eingeladen.
Zur (finanziellen) Unterstützung der LSS wurde der Fördervereins UNDUGU gegründet. Durch ihn entstand im Göttinger Raum darüber hinaus ein Schulnetzwerk von z. Zt. fünf Schulen: dem Hainberggymnasium, zwei Grundschulen, einer Förderschule und dem Abendgymnasium, die intensiven Kontakt mit drei vergleichbaren Schulen in Mlalo sowie einer Förderschule GE und einer Primary School für sehbehinderte und blinde Kinder in Irente unterhalten und ihre Partnerschaften durch Briefkontakte, Begegnungen und finanzielle Unterstützung pflegen. Partnerschaften im Schulnetzwerk bestehen zurzeit zwischen:
- Hainberggymnasium – Lwandai Secondary School
- Adolf-Reichwein-Schule – Lwandai Primary School
- Grundschule Adelebsen – Mlalo Primary School
- Schule am Tannenberg - Irente Rainbow School (Förderschule)
- Abendgymnasium -Irente School for the Blind (Primary School für sehbehinderte und blinde Kinder
Auch zwei Kirchengemeinden aus Göttingen unterstützen die Arbeit in diesen beiden Orten:
- Seit 1995 gibt es eine Kirchenpartnerschaft zwischen der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Jacobi in Göttingen und der Lutheran Parish in Mlalo. Vor allem unterstützt wird dabei die Dispencery (Krankenstation) der Gemeinde mit Medikamenten und Ausstattungsbedarf. Vor Jahren wurde hier durch Spendengelder ein Mutter-Kind-Haus erbaut, in dem man sich um Vorsorgeuntersuchungen, Geburten sowie Familienplanung und -beratung kümmert.
- Die evangelische Stephanusgemeinde Göttingen hat seit 2016 eine Kirchenpartnerschaft zum Irente Waisenhaus aufgebaut. Jährlich werden Patenschaften zu den bis zweieinhalb Jahren alten Kindern dort vergeben. Kollekte der Gemeinde sorgen für die medizinische Versorgung der Kinder.
In diesem Jahr kommt es wieder zu einem Partnerschaftsbesuch aus Mlalo und Irente.
Vom 8. – 21. September 2024 kommt eine Gruppe von 6 Personen (Schulleiterinnen und -leiter sowie Lehrer der Partnerschulen) für zwei Wochen zum Erfahrungsaustausch und Fortbildungsangeboten nach Göttingen. Das Niedersächsische Kultusministerium fördert dieses durch ein Programm und übernimmt einen Großteil der Kosten.
Bisherige Partnerschafts-Aktivitäten
Bisherige Partnerschafts-Aktivitäten mit der Lwandai Secondary School
- Begegnungsreisen und Fortbildungen
- Austauschfahrten mit Schüler:innen
- Fortbildungen für Lehrer:innen
Bisherige finanzielle Hilfen:
- Ausstattung von Klassenräumen und Schlafräumen
- Anschaffung von Unterrichtsmaterialien, wie Bücher, Musikinstrumente, Schreibmaschine, Nähmaschinen
- Erwerb von Ernterechten an einem Reisfeld
- Zuschüsse zur Durchführung von Begegnungsreisen und Fortbildungen
- Ausstattung der Schule mit einer Solaranlage
- Hoher finanzieller Beitrag zur Elektrifizierung (Stromanschluss, elektrische Anlagen) der Partnerschule und des Internats
- Anschaffung von Computern
- Medikamentenspenden
- Bau eines Mädchendormitorys von 2011 bis 2014 (das Schlafhaus hat 10 Zimmer à 6 Betten und einem dazugehörigen Sanitärbereich (Waschraum, Duschen, Toiletten).
- Renovierung der Schulküche
- Übernahme von Reparaturkosten für das schuleigene Auto
Aktuelle Projekte 2024:
- Seit 1998 übernimmt der Verein das Schulgeld für bedürftige Schüler:innen (vorwiegend Waisen bzw. Halbwaisen, z Zt. werden 15 Schülerinnen und Schüler unterstützt. Das Geld hierfür wird vorwiegend in den unteren Klassenstufen des Hainberggymnasiums durch das „Mlalo-Cent“- Projekt erwirtschaftet (Beschreibung siehe dort).
- Anschaffungen weiterer Computer wären wünschenswert
- Im September dieses Jahres kommt eine 6-köpfige Reisegruppe aus Mlalo und Irente nach Göttingen zum Erfahrungsaustausch an ihren Partnerschulen und nimmt an Fortbildungsangeboten teil. Gefördert und finanziell unterstützt wird dieses Programm durch das Niedersächsische Kultusministerium
Mlalo-Cent-Projekt
Das Mlalo-Cent-Projekt ist ein Projekt der unteren Klassenstufen des Hainberggymnasiums. Es dient zur Unterstützung bedürftiger Schülerinnen und Schülern an der Lwandai Secondary School. Die Schülerinnen und Schüler des HG geben – natürlich auf freiwilliger Basis – monatlich einen Euro ihres Taschengeldes ab, um das Schulgeld für eine Schülerin oder einen Schüler zu erwirtschaften oder anteilig zu unterstützen. Aktionen von der Klasse, wie bspw. Kuchenverkauf, kleine Basare oder andere kreative Ideen unterstützen dieses Vorhaben.
Stirbt in Tansania der Vater der Familie, ist es für die Mutter oft schwierig, die Familie zu ernähren und sie schafft es nicht, das Schulgeld für alle Kinder aufzubringen. So sind es oft die Mädchen, die aus der Schule herausgenommen werden und im Haushalt mitarbeiten müssen. Um diesem entgegenzuwirken, gibt es seit vielen Jahren dieses Unterstützungsprojekt, wobei hauptsächlich Mädchen diese Zuwendung erfahren, aber auch vielen Jungen aus ärmeren Familien geholfen werden konnte.
In diesem Jahr (2024) zahlt der Undugu-Verein e. V. mit dem Geld aus den Klassen sowie zusätzlichen privaten Spenden und Mitgliedsbeiträgen anteilig oder ganz die Schulgebühren für 15 Mädchen und Jungen. 1 750 000 Tansanische Schillinge kostet ein Schuljahr, darin enthalten sind die Schulgebühren, das Unterrichtsmaterial, sowie die Unterbringung und Verpflegung der Schülerinnen und Schüler. Je nach Wechselkurs sind das zwischen 600 und 700 €.
Förderverein UNDUGU e.V.
Der Förderverein UNDUGU (Geschwisterschaft, Freundschaft) wurde im Jahre 1988 mit dem Ziel der Förderung von Bildung und gegenseitigem Lernen durch interkulturelle Begegnungen, speziell mit der Lwandai Secondary School (LSS) in Mlalo/ Tansania, gegründet. Er hat z. Zt. gut 100 Mitglieder. Dem Verein können alle Interessierten jederzeit beitreten, bitte wenden Sie sich gegebenenfalls gerne an ein Mitglied des Vorstandes.
Der Ort Mlalo ist eine Siedlung von ca. 15.000 Einwohnern (2024) und liegt im Nordosten Tansanias in den Usambara-Bergen. Die LSS ist eine Internatsschule in der Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche Tansanias (ELCT-NED). Zurzeit besuchen ca. 250 Schüler: Innen diese Schule. Sie werden von 21 Lehrkräften (Stand 2024) unterrichtet.
Es finden regelmäßig alle zwei bis drei Jahre Fahrten vom Hainberg-Gymnasium zur LSS statt. Zwei Lehrkräfte mit 10 bis 12 Schüler:Innen fahren für drei Wochen nach Tansania und verbringen dabei mindestens eine Woche bis 10 Tage an der Partnerschule. In unregelmäßigen Abständen wird eine kleine Gruppe Lehrer:Innen und Schüler:Innen von dort nach Göttingen eingeladen.
Ein Schwerpunkt der Arbeit des Vereins ist die finanzielle Unterstützung der Partnerschule bei der Realisierung größerer Projekte. So wurde der Bau eines Mädchenschlaftraktes mit 10 Zimmern à 6 Betten und einem dazugehörigem Sanitärbereich (Waschraum, Duschen und Toiletten) finanziert. In den zurückliegenden Jahren wurde zu dem Geld für die Ausstattung von Klassen- und Schlafräumen, zur Anschaffung von Unterrichtsmaterial, Computern und Büchern, zur Elektrifizierung und vielem mehr zur Verfügung gestellt. Neben den Vereinsbeiträgen erhielt der Verein hierfür nennenswerte Geldspenden von Einzelpersonen und Gruppen – und ist auch weiter auf diese angewiesen.
Aber auch bei verschiedenen Klassenaktivitäten wird Geld erwirtschaftet. Ein pädagogisch wertvolles Programm und fester Bestandteil der UNDUGU-Arbeit ist das sogenannte „Mlalo-Cent-Projekt“: Besonders die Klassen 5 bis 7 zahlen – natürlich auf freiwilliger Basis - über einen längeren Zeitraum regelmäßig kleine Beiträge, um damit bedürftigen Schüler:Innen von der LSS (zumeist Waisen oder Halbwaisen, deren Schulbesuch ansonsten nicht möglich wäre,) das Schulgeld zu finanzieren. Viele schöne und ideenreiche Aktivitäten der Klassen waren so im Laufe der Jahre zu beobachten.
Dem UNDUGU-Verein traten in den vergangenen Jahren/Jahrzehnten nach und nach auch andere Schulen in und um Göttingen bei, die ebenfalls Partnerschaften zu entsprechenden Schulen in Tansania entwickelten, so dass ein Schulnetzwerk entstand (aktuell aus fünf Schulen bestehend: dem Hainberg-Gymnasium, zwei Grundschulen, einer Förderschule sowie dem Abendgymnasium Göttingen. Diese unterhalten einen intensiven Kontakt mit drei vergleichbaren Schulen in Mlalo sowie einer Förderschule und einer Blindenschule in Irente/Lushoto. Im Einzelnen sind dies:
- Hainberg-Gymnasium - Lwandai Secondary School; Ansprechpartner: Achim Keding
- Adolf-Reichwein-Schule – Lwandai Primary School; Ansprechpartnerin: Susanne Gulyas
- Grundschule Adelebsen – Mlalo Primary School; Ansprechpartnerin: Margrit Wolter
- Schule am Tannenberg - Irente Rainbow School; Ansprechpartnerin: Helga Walter
- Abendgymnasium – Irente School for the Blind, Ansprechpartner: Hans-Jürgen Hofmann
Abschluss 2024:
Die großen Projekte 2024, einmal der Besuch von 6 Kolleginnen und Kollegen von den Partnerschulen aus Tansania (finanziert durch das Niedersächsische Kultusministerium aus Landesmitteln) sowie der Bau des Gewächshauses an der „Irente School for the Blind“ (gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung) konnten beide erfolgreich abgeschlossen werden (siehe Berichte unten).
Aktuelle Projekte 2025:
- Das Mlalo-Cent-Projekt an der Lwandai Secondary School läuft weiter (im Moment unterstützen wir 15 Schülerinnen und Schüler mit der Übernahme ihres Schulgeldes).
- Die Lwandai Secondary School soll in diesem Jahr noch 10 Schülerlaptops, einen großen Flachbildschirm zum Ansehen von naturwissenschaftlichen und historischen Dokus im Unterricht, sowie 2 Solarpeneels als Absicherung bei Stromausfall erhalten (hier wird ein Antrag an eine Stiftung gestellt).
- Die Irente Rainbowschool will hinter der Schule eine Geflügelfarm aufbauen sowie einige Schweine anschaffen und die Ackerflächen für Mais und Gemüse erweitern, um mit dem Verkauf die laufenden Kosten für die Schule abzusichern. (Ein Antrag bei der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung läuft).
- Die Lwandai Secondary School hat dringenden Bedarf an der Renovierung der Klassenräume, die Irente School for the Blind ebenso. Aus Mangel an Finanzen werden wir hier vermutlich Schritt für Schritt vorgehen müssen und nicht alles auf einmal finanzieren können.
- Das Sisalwebprojekt an der“ Irente School for the Blind“, in dem bunte Fußmatten zum Verkauf hergestellt wurden, liegt seit zwei Jahren aus Mangel an Finanzen brach. Um dieses zu reaktivieren (Kauf des Materials, Kosten für den Lehrer, der das Weben anleitet) braucht es im ersten Jahr etwa 1.700 €. Danach trägt sich das Projekt wieder von allein.
- Keyboards (einmal für die Lwandai Secondary School, ein zweites für die Blindenschule stehen ebenfalls auf unserer langen Warteliste. Kosten pro Instrument: Ca. 500 €.
Bei Interesse und weiteren Fragen zu unserer Arbeit, wenden Sie sich/ Ihr euch gerne an unseren
Vorstand:
- Achim Keding, Vorsitzender
- Helga Walter, 1. Stellvertreterin
- Martina Schmidt, 2. Stellvertreterin
- Liese Lieberknecht, Schriftführerin
- Mark-Benedikt Sderra, Schatzmeister
Aufgrund der vielen anstehenden Projekte sind wir in diesem Jahr besonders auf zusätzliche Spenden angewiesen.
UNDUGU-Verein e. V.: IBAN-Nr. DE57 2605 0001 0000 0846 08
Spenden sind wegen der Gemeinnützigkeit des Vereins steuerlich absetzbar. Bis 300 € reicht dafür dem Finanzamt der Quittungsbeleg der Überweisung. Bei größeren Spenden stellt der Verein gern eine Spendenbescheinigung aus.
Vielen Dank an alle Unterstützer. Euer Unduguvorstand