Liebe Eltern, liebe Schüler:innen,
Nach den Beratungsgesprächen in den Grundschulen müssen Sie entscheiden, auf welche Schule Ihr Kind im Herbst geht. Sie können sich hier in unserer Präsentation, durch die Sie am Tag der offenen Tür von Kolleg:innen geführt würden, detailliert über unsere Schule und unsere vier Klassenprofile informieren.
Die häufigsten Elternfragen rund um den Anfang finden Sie alphabetisch beantwortet im
HG – ABC.
Unsere Schule hat zwei Standorte. Wir freuen uns, dass ihr Fünftklässler in unserem kleinen Gebäude, dem HG Junior, erstmal ankommen könnt. Denn da seid ihr, der 5. und 6. Jahrgang mit ca. 300 Schüler:innen auf einem großzügig angelegten Schulgelände unter euch. Viele Spielgelegenheiten wie der Fußballplatz, Basketballkörbe, Kletterwand und Seilgarten, Schaukel, Tischkicker und Tischtennisplatten laden zum Austoben in den Pausen ein. Unsere Klassenräume haben einen kleinen Garten oder einen Balkon.
Video-Rundgang durch das HG Junior
Blättert im HG-E-Book und erfahrt mehr
Hier gehts zu unseren Klassenprofilen
Wir freuen uns auf Ihre Kinder!
Alle Anmeldeformulare und die Termine finden Sie im Menü Informationen zur Anmeldung.
Herzliche Grüße
Angelika Reese
News und Projekte
Gedankensprünge 2018: Unsterblichkeit Zweiter Themenabend
der Fachgruppen Philosophie, Religion und Werte-Normen am 8.2.18 in der HG-Aula
„Forever young“ - die Vorstellung, die Schrecken des Alterns und des Todes mithilfe der modernen Naturwissenschaften besiegen zu können, scheint eine vordergründig verlockende Perspektive auf die Zukunft.
Die Fachgruppen Philosophie, Religion und Werte-Normen luden am 8.2.2018 zu einer weiteren Abendveranstaltung der Reihe „Gedankensprünge“ ein und gaben den beiden Oberstufenjahrgängen damit Gelegenheit, sich mit Hilfe zweier versierter Referenten mit dem Thema „Unsterblichkeit“ auseinanderzusetzen.
Der erste Referent, Dr. Jürgen Hädrich von der Uni Heidelberg, gibt in seinem Vortrag einen Überblick über das Forschungsgebiet, das vor allem in den USA und hier besonders im reichen Kalifornien, Wissenschaftler und Forscher fasziniert. Erstaunliches hat man erforscht: Zum Beispiel verjüngen sich ältere Mäuse, wenn man sie (durch Aneinandernähen) mit dem Blutkreislauf jüngerer vereint. Von zahlreichen anderen gegenwärtigen Forschungsansätzen der „Todesverneinung“ berichtet der Kulturanthropologe. Der spektakulärste ist vielleicht die „Kryonik“: sich nach dem Tod einfrieren zu lassen und in diesem Zustand sozusagen auf „eine bessere Zukunft zu warten“, in der man das Leiden, an dem man einmal starb, beseitigen kann. Allerdings: man ist ja tot; niemand hat sich bislang bei lebendigem Leib auf minus 160 Grad herunterkühlen und sein Blut durch flüssigen Stickstoff ersetzen lassen. Und wie die per Vertrag beschlossene „Auferweckung“ dann, vielleicht in einer zeitlichen Distanz von vielen Jahrzehnten oder Jahrhunderten, geschehen soll, ist nur eines der bislang nicht gelösten Probleme. Hädrich zeigt sich optimistisch, was die Möglichkeiten der Minimierung von Krankheit und alterungsbedingten Leiden und die medikamentöse „Verjüngung“ angeht, aber er macht auch seine Zweifel deutlich, ob die Konsequenzen in einer „Gesellschaft der 500jährigen“ nur positiv wären. Der zweite Referent des Abends, der Theologe Reiner Anselm von der Uni München, entfaltet in acht Thesen, welche neuen Dimensionen die im Neuen Testament dargestellte Auferstehung Jesu in die bis dahin tradierte Vorstellung von einem Leben nach dem Tod bringt. Anselm definiert den Menschen als durch die Sterblichkeit von Gott unterschiedenes Wesen. Menschliches Leben sieht Anselm durch drei Komponenten determiniert: aus dem Lebensweg ergeben sich Erfahrungen, damit dessen Verankerung in der Vergangenheit und eine Festlegung auf den gegenwärtigen Lebensweg; die Zukunft, religiös mit dem Begriff „Auferstehung“ beschrieben, sei als etwas völlig Neues zu begreifen. Die drei Dimensionen seien für die Identitätsbildung wesentlich, sagt Anselm. Eine permanente Verjüngung von Körper und Geist hält er deshalb für nicht erstrebenswert. Seine These: „Wer nicht altert, bleibt radikal in der Gegenwart und hat dann auch keine Zukunft: Er bleibt festgelegt auf das, was gerade ist.“ Durch die biblische Auferstehungsvorstellung erhalte das Leben des Menschen einen über den Tod hinaus gehenden, neuen Sinn; es sei die Freiheit eines Neuanfangs in einer Zukunft, die wir nicht kennen, so Anselm. Die Fragen aus dem Publikum und die Diskussion mit den beiden Referenten und zwei gut vorbereiteten, versierten Moderatoren auf der Bühne, der Oberstufenschülerin Sarah Berkemeier und Tizian Schmidt, ebenfalls Schüler:innen des 12. Jahrgangs, beleuchten weitere Facetten der „Unsterblichkeitsphantasien“: z.B. die schwierigen Seiten einer 500jährigen Lebensspanne. Den „Unsympathen“ im Philosophie - Kurs z.B. müsste man möglicherweise viel länger ertragen als heute - das wäre genauso wenig attraktiv wie die Monotonie eines durch immer gleiche Erfahrungen geprägten, ereignislosen Lebens. Auch an Folgeprobleme sei zu denken: Überbevölkerung, massive soziale Diskrepanzen zwischen denen, die sich das ewige Jungsein finanziell leisten können und deshalb vermutlich ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis verspüren - und denen, die keinen Zugang dazu haben und neidvoll darauf spähen, provoziere möglicherweise scharfe Konflikte.
Eine dauerhafte oder phasenweise Verjüngung oder eine Lebensspanne von 500 Jahren wird insgesamt skeptisch beurteilt. Hädrich verweist abschließend darauf, dass die medizinisch-naturwissenschaftliche Fortschritts - Phantasien vielleicht Kopfgeburten der „Superreichen“ seien und Anselm macht immer wieder deutlich: unsere Sprache sei und bleibe ein Versuch, Bilder für das Unvorstellbare der Zukunft zu finden. Sie bleibe unscharf.
Das lässt sich zusammenfassend auch für das Thema „Unsterblichkeit“ sagen. Aber man kann gut gemeinsam darüber reflektieren - vielleicht auch, weil man jenseits der spekulativen Aspekte angeregt wird, in den bislang gegebenen Grenzen von Geburt und Tod über das eigene gelingende Leben neu nachzudenken?
Mit diesem zweiten Abend der Gesprächsreihe „Gedankensprünge“ haben die drei Fachgruppen Religion, Werte-Normen, Philosophie jedenfalls die Idee einer Kultur des gemeinsamen Nachdenkens am HG weiter etabliert. Hoffentlich wird diese mit weiteren spannenden Gedankensprüngen fortgesetzt.
Sabine Wiggert